Parodontologie

Parodontologie

Teil 2: Diagnose – Behandlung - Vorbeugung

Die Erklärung des Begriffs der Parodontitis und das Aufzeigen der Auswirkungen werden im ersten Teil des Themenkomplexes abgehandelt.

Steht bei einem Patienten der Verdacht auf Parodontitis an, hat im ersten Schritt eine intensive Untersuchung und Befunderhebung stattzufinden. Dabei können auch Vor- bzw. Begleiterkrankungen wie die angesprochenen Herz-Kreislauf-Symptome oder ein Diabetes eine Berücksichtigung finden; auch familiäre, erblich bedingte Anlagen können bei der Ausbildung einer Parodontitis eine Rolle spielen.

Zu den einfachen Methoden, eine stichhaltige Befunderhebung durchzuführen, gehört neben dem Röntgen das manuelle Messen der Taschentiefen. Basierend auf dem Ergebnis, d. h. in Abhängigkeit vom jeweiligen Stand des Fortschreitens der Parodontitis, wird die individuelle Behandlung angesetzt. Wie auch bei einer klassischen Befunderhebung zum aktuellen Zahnstatus erfolgt die Dokumentation dazu in schriftlicher Form - Mehr zu Therapieplänen und Zuschuss-System. Der Befund schreibt die nachfolgende Behandlung vor, die im Idealfall das Fortschreiten der Parodontitis stoppt und für eine Regeneration noch nicht vollständig verlorenen Zahnfleisches sorgen kann.

Die Behandlung und Regeneration des angegriffenen Mundraumes kann u. U. eine lange Zeit dauern und verschiedene therapeutische Eingriffe bedingen. Als ersten und besten mitwirkenden Beitrag kann der Patient mit regelmäßiger und intensiver Pflege den Grundstock für eine erfolgreiche Behandlung legen. Die Maxime für die Therapie sollte nach Möglichkeit und in Abhängigkeit vom jeweiligen Erkrankungsstatus lauten, möglichst keinen der erkrankten Zähne zu verlieren und Ersatz notwendig zu machen. 

Dazu muss vorab jedweder bakterieller Befall aus den Taschen im Zahnfleisch entfernt werden, damit sich diese nachhaltig zurückbilden und der umliegende Kieferknochen sowie die Zahnsubstanz nicht (weiter) angegriffen werden können. In einem gewissen Umfang kann sich evtl. bereits verlorengegangenes Zahnfleischgewebe regenerieren, so dass man einen Status erreicht, der dem originalen, gesunden Mundraum gleicht. Neben der Reinigung der Zähne und deren Wurzeln mit mechanischen Hilfsmitteln bedarf es individuell abhängig auch des Einsatzes eines Ultraschallgerätes, um die tiefliegenden Beläge umfänglich zu entfernen. Sollte der Zahnstatus bereits gelockerte Zähne aufweisen, können diese ggf. wieder mittels einer vorübergehenden Schiene stabilisiert werden. Je nach Befund kann eine unterstützende Therapie mit Antibiotika vonnöten sein, damit eine Reduzierung der Bakterien erfolgt.

Ist das den Zahn ursprünglich umschließende Gewebe zu weit zurückgebildet, müssen durch den Zahnarzt unterstützende und wieder aufbauende Maßnahmen ergriffen werden, damit der Zahnapparat in seiner natürlich angedachten und gesunden Form wieder hergestellt wird. Dafür gibt es individuell unterschiedliche Therapien, die dem jeweiligen Status angepasst und angemessen für eine nachhaltige Gesundung sein sollen.

Zur Vorbeugung von Parodontitis (und anderen Zahnerkrankungen) sollten neben der individuellen täglichen Pflege nach fachkundiger Anleitung auch die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung sowie die professioneller Zahnreinigung gehören. Nicht alle Beläge können mittels der täglichen manuellen Pflege erreicht und entfernt werden. Erst bei der professionellen Reinigung werden diese Beläge, Zahnstein und Plaque, unter Zuhilfenahme spezieller Bürsten und Geräte fachmännisch von Zähnen und höher liegenden Wurzeloberflächen entfernt sowie die Zähne glatt poliert. Dadurch wird einem schnellen Anlagern von neuen Belägen vorgebeugt.


Haben Sie auch Teil 1 zur Parodontitis schon gelesen?

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